Birgit Steinhäußer – Nachruf

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Birgit Steinhäußer - Nachruf

Mit schwerem Herzen müssen wir Abschied nehmen von unserer Kollegin Birgit Steinhäußer. Seit Ende Januar war ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert worden. Es ging anfangs im Sinkflug abwärts, und von da an ganz langsam, bis sie am Sonntag, 16. Mai 2021, am Tag des Herrn, im Alter von 53 Jahren friedlich eingeschlafen und zu Jesus heimgegangen ist: „Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“ (Joh 14,3)

Sie war für uns an der Missionsschule als Pädagogikdozentin ein großer Segen. 2001 kam sie aus der Praxis als Jugendreferentin zu uns. Anfangs mit einer Stunde Unterricht, danach wurde es immer mehr, bis sie ab 2016 im Umfang von 50% bei uns gearbeitet hat und auch Teil unseres Dozententeams wurde. Sie unterrichtete Pädagogik und Explorative Jugendpädagogik, sie führte Mentoratsgespräche und gestaltete die Kursgruppe im 2. Jahrgang, begleitete den 5. Jahrgang im ersten Berufsjahr, u.a.

Sie hatte das Herz am rechten Fleck: Sie liebte Jesus, sie liebte das Leben, sie liebte die Menschen.

Sie liebte Jesus

Sie erzählte immer wieder ganz bewegt und dankbar, wie sie zum Glauben gekommen ist. Sie hatte als Jugendliche viele Fragen im Blick auf Gott und Jesus. Lange wurden sie ihr von niemandem beantwortet, bis, ja bis endlich eine Jugendreferentin in Nürnberg ihr erklärt hat, wer Jesus sei. Und dadurch wurde ihr die Tür zum Glauben weit aufgetan. Fortan ergriff sie Freude an Jesus. Diese Freude im Glauben, die hat sie mit uns geteilt. Besonders in ihren Andachten und Ansprachen haben wir diese Freude gespürt. Selbst in einer Andachtsreihe über den Zweifel im vergangenen Jahr, kam das immer wieder durch. Sie orientierte sich dabei an der Jahreslosung von 2020: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Sie war so dankbar für die Bibel. Auch in ihrer Kursgruppe mit dem 2. Jahrgang hat sie immer einen biblischen Text mit unseren Studierenden gelesen und bedacht. In unseren Dozententreffen suchte sie zusammen mit uns immer wieder nach Formen, wie der Glaube an Jesus von der Bibel her gestärkt werden kann.

Sie liebte das Leben

Sie strahlte, wenn sie von ihrer Familie erzählte. Oder von Afrika, wo sie einmal alleine und dann auch zusammen mit ihrem Mann für etliche Monate als ausgebildete Kinderkrankenschwester tätig gewesen ist. Bei unseren Festen und Feiern konnte es jeder sehen: sie lebte gerne, konnte über vieles lachen und sich herzhaft mitfreuen. Sie lebte gern, sie lebte ganz. Dazu gehörte auch ihre Liebe zu Tieren: ihrem Hund, ihrem Pferd! Im Juli vergangenen Jahres hat sie uns auf unserer Dozentenklausur davon überzeugt, dass es gut wäre, wenn wir ein Hühnerprojekt an der Missionsschule auf den Weg brächten. Sie war voller Lebensfreude – wenn sie aufs Gelände kam, war sie mit ihrer Freude zu spüren und zu hören. Es war aber keine Freude, die das Schwere ausgeblendet hätte. Nein, auch davon hat sie geredet, und sie hat auch mitgelitten an dem, worin sie Menschen begleitete: Krankheit, Scheidung, Tod. Sie hat mit uns ihre Freude und ihren Schmerz geteilt. Sie litt am Leben, wo es beeinträchtigt und beschädigt worden ist – weil sie das Leben so sehr liebte.

Sie liebte die Menschen

Sie war Menschen zugewandt. Es bleibt für uns unvergesslich, wie sie mit uns als Kollegen unterwegs war, wie sie mit Studierenden im Gespräch war, wie sie im Unterricht lebensnah, pädagogisch, mit Leidenschaft alles dafür tat, ein Verständnis fürs Leben zu eröffnen: was Kinder, Jugendliche, Eltern u.a. brauchen, wie sie wachsen und reifen. Deshalb hat sie auch eine logotherapeutische Ausbildung gemacht und in ihrer Beratungspraxis in Backnang Menschen im Leben begleitet: Seelsorge und Therapie waren ihr ein Herzensanliegen. Es tat unseren Absolventinnen und Absolventen im Anerkennungsjahr gut, wie sie sie zusammen mit Hans Ulrich Dobler begleitet hat. In unseren Dozentensitzungen hat sie lebendig und mit Nachdruck eingebracht, was sie im Unterricht und bei Studierenden, in Gemeinde- und Jugendarbeit wahrgenommen hat, was sie für wichtig hielt …

Sie war ein großer Segen für uns: Wie sie mit uns gelebt, gelacht, gebetet und gearbeitet hat. Wie sie mit ganzem Herzen im Lehrsaal und im Speisesaal, in Sitzungen und bei Gesprächen präsent und uns zugewandt war. Wir sind traurig. Wir verlieren viel mit ihr.

Zugleich wollen wir auf Jesus vertrauen, so wie es Birgit gemacht hat: „Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.“ (EG 115,1)

Wir danken Gott von Herzen für den Segen, den er uns in ihr und durch sie gegeben hat. Wir beten weiterhin für ihren Mann und ihre drei erwachsenen Kinder.

Thomas Maier, Hans Ulrich Dobler, Jochen Metzger, Jürgen Schwarz